STATISTEN DER WIRTSCHAFT

(Extras of Economy)
Construction profiles
Dimension variable
on show at intervention proArte
University of St. Gallen (HSG)
October 3. - 7. 

Christina Lehnert (Kuratorin bei *KURATOR) über die Statisten der Wirtschaft:

Arbeitsmaterial des Künstlerduos Wittmer&Koenig ist das Bauvisier bzw. das Baugespann. Vor allem in der Schweiz ist es dazu da, die Masse von Bauvorhaben anzuzeigen, sodass für die betroffene Umgebung die Dimensionen des zu erwartenden Baus sichtbar werden. Sie sind Teil der schweizerischen Landschaft, werden aber von Passanten oftmals kaum wahrgenommen. „Statisten der Wirtschaft“ nennen die beiden Künstler ihre Arbeit für den Universitätscampus. Die Visiere stehen auf Sockeln der Pausentrasse ind besetzen damit die gewöhnlichen Sitzgelegenheiten des brutalistischen Baus.

Wittmer&Koenig interessieren sich für die Komplexität der Visiere in ihrer Anwendung als Kunstwerke. Bauvisiere sollen zum einen zwar unsichtbar sein, aber dennoch etwas Zukünftiges, also noch-nicht-Sichtbares, anzeigen. Im Modus des Kunstwerks und auf „Sockel“ gestellt, also in ihrer Nutzung transformiert, (de-)platzieren sich die Visiere nun auf den vorhandenen Architekturelementen. Sie werden als Objekte sichtbar und gleichzeitig zu Störfaktoren in den täglichen Abläufen der Studierenden. Der Fokus wird auf die Form der Visiere gelenkt, ihr Streben gen Himmel, ihre Flexibilität und gleichzeitige Standfestigkeit. Aufgelockert gleichen sie modernen Skulpturen, die an Elemente aus wirtschaftlichen Tabellen und Grafiken erinnern. Die „Statisten der Wirtschaft“ stellen uns auf subtile Weise die Frage, welche Rolle wir in der Wirtschaft einnehmen, und wer ihre Prozesse beeinflusst. Gleichzeitig erinnern die Bauvisiere in Anlehnung an ihre eigentliche Funktion auch an den sich stetig verändernden gesellschaftlichen Raum und kokettieren mit den Debatten rund um die anstehende Campus-Erweiterung.

Die Statisten der Wirtschaft als Statisten im SRF

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